Tag des Sports: Wieso dein Körper mehr Achtsamkeit verdient hat

6.4.2020, Sami Othman

In Kürze

  • Wir erkennen sofort, wenn andere die inneren Werte des Sports verletzen – zum Beispiel beim Foulspiel. Aber wir übersehen, dass wir uns selbst gegenüber oft nicht besser verhalten.
  • Im Umgang mit unserem eigenen Körper fehlt es an Fairness, Respekt und Ehrlichkeit.
  • Diese Werte schaffen ein großes Maß an Achtsamkeit und tragen maßgeblich zur physischen und psychischen Gesundheit bei.

Fairness, Respekt, Ehrlichkeit – jeder Sportler kennt diese Werte. In der Praxis werden sie aber nicht nur durch Dopingsünder und vorsätzliche Fouls missachtet. Wann hast du dich zum Beispiel das letzte Mal über überflüssige Pfunde beschwert? Oder über deinen nicht vorhandenen Waschbrettbauch? Häufig sind wir es selbst, die gegen die Werte des Sports verstoßen, indem wir unseren Körper nicht wertschätzen.

Wir nehmen den Welttag des Sports (siehe Infokasten) zum Anlass, um zu zeigen, wo Fairness, Respekt und Ehrlichkeit verloren gehen – und was du dagegen tun kannst.

Fairness

  • Ich bin zu dick.
  • Du dünner Hering!
  • Ich habe zu wenige Muskeln.
  • Deine Haltung ist ja furchtbar!
  • Ich bin voll unbeweglich und überall verkürzt.
  • Du solltest mehr Sport machen. 
  • Mein Rücken ist total im Arsch. 

Lass mich raten: Einige dieser Sätze hast du selbst schon einmal gesagt oder zumindest gehört, richtig? Aber ist es fair, sich selbst (oder andere) auf diese Weise herunterzumachen?

Natürlich nicht!

Solche Aussagen führen dazu, dass du in negative Denkmuster verfällst. Was Folgen für deine sportliche Betätigung hat: Dein Selbstwertgefühl und deine Motivation rutschen in den Keller. Du verschwendest deine Energie und deine Gedanken darauf, wie schrecklich alles ist.

Also: Sei fair zu deinem Körper! Halte dir vor Augen, was er jeden Tag leistet und was du schon alles erreicht hast. Versuche Lösungen für die Bereiche zu finden, wo es noch Verbesserungspotenzial gibt, und erkenne deine Fortschritte an. 

Respekt

Der Hobbysportler, der exzessiv an seine Grenzen geht. Der Couch-Potato, für den körperliche Betätigung ein Fremdwort ist. 

Beide Extreme haben dasselbe Problem: zu wenig Respekt vor dem eigenen Körper.

Wenn du deinen Körper respektierst, horchst du achtsam in ihn hinein: Was tut mir gut? Was nicht? Wie viel ist das richtige Maß? Und wann wird es zu viel?

Dein Körper sagt dir ganz genau, was er braucht – und was ihm schadet:

  • Du sitzt fünf Stunden ohne Bewegung vor dem PC? Dein Körper antwortet mit Rückenschmerzen. 
  • Du hast es im Fitnessstudio mit den Gewichten übertrieben? Zuhause plagen dich Schulterschmerzen.

Schmerzen sind Warnsignale deines Körpers. Du solltest sie nicht ignorieren.

Höre also ganz genau auf deinen Körper und respektiere seine Bedürfnisse! Wenn du merkst, dass dir etwas nicht gut tut, frage dich: Was kann ich ändern, damit es mir besser geht?

Welttag des Sports

Der „Internationale Tag des Sports für Entwicklung und Frieden“ findet jedes Jahr am 6. April statt. Er verfolgt das Ziel, Sportler aller Sportarten dazu zu motivieren, die wirklichen Werte des Sports zu verbreiten: Teamgeist, Fairness und Respekt gegenüber dem Gegner. Die Vereinten Nationen (UN) haben den Tag des Sports 2013 ins Leben gerufen und erstmals 2014 durchgeführt. Das Datum verweist auf die feierliche Eröffnung der ersten Olympischen Sommerspiele der Neuzeit am 6. April 1896 in Athen. 

Ehrlichkeit

Hand auf Herz: Wie häufig hast du dir im vergangenen Monat vorgenommen, zum Sport zu gehen – und hast es letztlich doch nicht getan?

Unser innerer Schweinehund hilft uns dabei, immer neue Ausreden zu finden und uns selbst zu beschummeln. 

  • Mein Auto ist in der Werkstatt.
  • Ich bin zu müde.
  • Das Fitnessstudio ist abends immer so voll.

In diesen Momenten sind wir nicht ehrlich zu uns selbst. Und das schlechte Gewissen lässt garantiert nicht lange auf sich warten. 

Also: Sei ehrlich zu dir! Wenn du es heute nicht ins Fitnessstudio schaffst, verschwende deine Energie nicht darauf, die Situation schönzureden und Ausreden zu finden. Mache lieber ein paar kurze Übung zuhause auf dem Fußboden. Oder vereinbare mit dir selbst, dass du morgen um 17 Uhr dein Training nachholst.

Ehrlichkeit mit sich selbst ist ein befreiendes Gefühl – probiere es mal aus.

Selbstwertgefühl und Selbstverantwortung

Du merkst: Fairness, Respekt und Ehrlichkeit sind Werte, die schnell in unserer sportlichen Routine verloren gehen. Dabei schaffen sie ein großes Maß an Achtsamkeit für deinen Körper und tragen maßgeblich zu deiner physischen und psychischen Gesundheit bei.

Sie helfen dir, in Frieden mit deinem Körper zu leben. 

Dein Selbstwertgefühl wird größer, und du übernimmst Verantwortung für dich selbst. 

Nicht zu vergessen: Wer Fairness, Respekt und Ehrlichkeit im Sport lebt, kann diese Werte leichter auf andere Bereiche seines Lebens übertragen – für ein kompromissbereites und respektvolles Miteinander.